Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Wissenschaftlicher Newsticker Februar 2015

Verteiltes Produzieren


verteiltes produzierenFebruar 2015  Verteiltes Produzieren befasst sich mit der Wertschöpfung über geographisch verteilte Produktionseinheiten hinweg unabhängig davon, ob aus strategischen Gesichtspunkten Produktionseinheiten geographisch zu verteilen sind oder aber ob bereits geprägt geographisch verteilte Einheiten zu übergreifenden Prozessen zusammengefasst werden.

Der fortschreitende Einsatz der Informationstechnologie in der Produktion erlaubt die Gestaltung von Prozessketten über geographisch weit verteilte Produktionseinheiten hinweg. Dadurch wandelt sich die fabrikorientierte Sicht der Produktion immer mehr in eine netzwerkorientierte Sicht. Ermöglicht wird dies durch rasante Entwicklungen der Kommunikationstechnologie, unabhängig von der Produktion. Zu nennen sind hier Internet der Dinge, smarte Objekte, Cyber-physische Systeme, WLAN sowie Big Data und Cloud. Maschinen werden immer intelligenter, so intelligent, dass sie sogar Entscheidungen übernehmen können. Darüber hinaus wird jedes Teil wird an jedem Ort identifizierbar und lokalisierbar, so dass das bisher durch raffinierte Planung vorbereitet ablaufende Geschehen durch das Echtzeit-Unternehmen (Real Time Enterprise) abgelöst wird.

Für ein Produktionsnetzwerk ergeben sich dadurch eine Reihe von neuen Regeln, denen das gesamte Geschehen unterworfen ist. Nicht das vorgeplante und damit feststehende Geschehen wird durch Anweisungen und Kontrolle (Order – Control) umgesetzt, sondern es wird über kontinuierliche Optimierung stetig an der besten Prozesskonfiguration gearbeitet. Damit rücken das tatsächliche Verhalten von Betriebsmitteln, die verfügbaren eingebetteten Methoden, die iterativen Steuerungs-Prozeduren sowie die weitestgehende Parallelisierung von Prozessen in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Bereits die Einführung von Echtzeit-Erfassungen und die Zusammenführung aller Daten in der Cloud machen Verbesserungen von mindestens 20 % bei allen wichtigen Kennzahlen erreichbar, und das innerhalb kürzester Zeit. Dabei ist nicht einmal eine ortsfeste Erfassung erforderlich, ganze Paletten können auf Einzelteil-Ebene eingescannt und die Bestandsführung online aktualisiert werden.

Die Anlagen, Maschinen und Aufträge erhalten ganz neue Fähigkeiten: Sie werden autonom, umgebungsbewusst, stufenlos an Stückzahlen anpassbar sowie voll vernetzungsfähig. Möglich wird dies durch die Miniaturisierung hochleistungsfähiger Bauteile, die auch Aktorik und Sensorik umfassen, so dass jede beliebige Aufgabe (Modularisierung) übernommen werden kann. Nicht unbedingt muss dazu neu investiert werden, es können auch bestehende Anlagen und Einrichtungen intelligent gemacht werden. Die Bauteile hierfür stehen zur Verfügung, es muss lediglich eine Virtualisierung der jeweiligen Fertigungseinrichtung erstellt werden. Einige Hersteller geben dies für Ihre Steuerungen bereits heraus und nennen es Virtuelle Maschine (VM). Sowohl für den Fortschritt der Reife für Verteiltes Produzieren, als auch für die automatisch ablaufenden Entscheidungs-Logiken sind vom Lehrstuhl entsprechende Theorien und Konzepte entwickelt und publiziert worden. Ganz aktuell können die Praktiker zur Selbsteinordnung und Fortschrittsmessung auf die Distributed Manufacturing Maturity Modell-Welt, D3M, aus unserem Lehrstuhl zurückgreifen.

Ansprechpartner: o. Univ.-Prof. Dr.-Ing. Hermann Kühnle

weitere Infos: http://www.globalservices.bt.com/uk/en/products/bttrace

Literatur:

 

Letzte Änderung: 18.01.2018 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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